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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
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Das Ziel dieser bescheidenen Druckerei beschränkte sichzunächst auf die Herstellung des eigenen Verlags; daß sie dieserAufgabe aber in hohem Maße gerecht wurde, beweisen dieVerlagswerke durchaus, die drucktechnisch auf einer hohenStufe stehen.

Als das Geschäft im Jahre 1840 in das Haus MarzellenstraßeNr. 20 übersiedelte, das nach hinten einen ansehnlichen Gartenhatte, entstand in diesem ein bescheidenes Druckereigebäude;auch eine Anzahl von Erdgeschoßräumen des früheren Privat-hauses wurde für den Druckereibetrieb hergerichtet.

Einen größeren Aufschwung nahm der Betrieb der Druckerei,als die beiden ältesten Söhne Lamberts, Josef und Karl 61 , sichihr widmeten. Daß sie dem Fortschritt huldigten, beweist diefrühzeitige Anschaffung einer sog. Schnellpresse, die FriedrichKönig im Verein mit dem Mechaniker Andr. Fr. Bauer in Oberzellbei Würzburg erfunden hatten. Es war die erste wesentlicheVerbesserung der Druckpresse seit Gutenberg, indem die bisherigeobere Fläche, mit der der Druck ausgeübt wurde, durcheinen drehbaren Zylinder ersetzt wurde, unter dem die flacheDruckform hergeschoben wurde. Dabei lief das Papier über denZylinder, der es auf die durch ein Farbwerk angeschwärzteDruckform drückte und dadurch den Abdruck hervorrief.

Die erste Schnellpresse an die Bachemsche Druckerei liefertedie Maschinenbauanstalt G. Sigl in Berlin am 5. August 1845für 1770 Taler Pr. C. Eine zweite soll schon im nächsten Jahregefolgt sein. Eine weitere Maschine lieferte die C. Reichen-bach sehe Maschinenfabrik in Augsburg am 3. Januar 1855 andie Bachemsche Offizin. Diese Maschinen wurden noch durchMenschenkraft in Bewegung gesetzt.

Die Druckerei entwickelte sich nun befriedigend; schon 1844konnte sie die Herstellung desOrgans für Handel und Gewerbeübernehmen, dem 1849 das WochenblattPius IX und 1851 dasOrgan für christliche Kunst folgten.

Das Streben der beiden Söhne, den Verlagswerken durch Ver-wendung guten Papiers und sauberen Druck ein gutes Aussehenzu verleihen, führte seit 1846 zur Herstellung von Akzidenz-arbeiten. Zu diesem neuen Geschäftszweig wurde ein reichesSatzmaterial an Schriften, Ziereinfassungen, Ornamenten usw.angeschafft. Muster davon liefern noch einige, im Archiv derFirma vorhandene Druckarbeiten aus jener Zeit, vor allem mehrere