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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
126
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S. J. steuerte religiös-wissenschaftliche Vorträge bei unter demTitelIdole des 20. Jahrhunderts undDas moderneDenken. Prof. Dr. M. Grabmann legte die Grundgedanken desh. Augustinus über Seele und Gott dar.

Ein weiteres Unternehmen geschichtlicher Art erscheint seit1912 unter dem TitelZeit- und Streitfragen der Gegen-wart, das Beiträge zur politischen und kulturellen Tagesge-schichte der Gegenwart bringt. Mit der Frage des Zentrums-charakters, die damals zur erregten Erörterung stand (vgl.Seite 103), befaßten sich Dr. Julius Bachem und Dr. Karl Hoeber,der auch dieRömiseheFrage und Englands Kriegs- undBlutschuld behandelte. Dr.Hans Rost erörterte die Paritäts-frage, Prof. Dr. G. J. Ebers das italienische Garantiegesetz,Dr. J. Löhr gab unter dem Titel Der Krieg und das Schicksalder Kirchen Frankreichs eine deutsche Antwort auf fran-zösische Anklagen, Dr. H. Brauweiler untersuchte den Einflußder Freimaurer im Weltkrieg und 0. Kley die zukünftigedeutsche Schulreform.

Die Sonderfrage, die Dr. Rost in seiner Paritätsbroschüreerörterte, war schon vorher mehrfach von katholischer Seitebehandelt worden. Sind doch die Beschwerden über mangelndeGleichberechtigung des katholischen Volksteils in Preußen, be-sonders bei Besetzung von Staatsämtern, so alt wie der preu-ßische Staat selbst. Sogar in Städten mit erdrückenden katho-lischen Mehrheiten wurden früher die Bürgermeister- und Richter-stellen fast ausschließlich mit Protestanten besetzt. Schon 1898hatten Hauptredakteur W. Hankamer und Jul. Bachem in einerauf zuverlässigem Material beruhenden, namenlos erschienenenDenkschrift:Die Parität in Preußen den Beweis für die Tat-sache einer planmäßigen Zurücksetzung der Katholiken bei derVergebung der öffentlichen Stellen erbracht, und seitdem hat dieZentrumspresse nicht aufgehört, für eine Aenderung dieser Ver-hältnisse einzutreten. In der letzterwähnten VeröffentlichungRosts aus 1914 wird gezeigt, wie wenig im Grunde seit Erhebungder Forderung nach größerer Gerechtigkeit in dieser Frage biszur Zeit unmittelbar vor dem Kriege sich gebessert hatte.

Eng verknüpft mit diesen Beschwerden ist naturgemäß dieErörterung der wirtschaftlichen Lage der Katholiken. DerselbeVerfasser hatte (Köln, 1908) ein mit vielem statistischen Ma-terial ausgestattetes BuchDieKatholiken im Kultur- und