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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
122
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Schriftsteller dazu besonders berufen seien, weil sie die Konflikte imSinne der katholischen Weltanschauung lösen. Wenn Verirrungen mensch-licher Leidenschaften als verwerflich dargestellt werden, können sie nurabschreckend wirken. Schädlich und verwerflich wäre es nur, wenn einesolche Verirrung als Tugend erschiene und gepriesen würde. Diesenausführlich dargelegten Grundsätzen stimmten die meisten Romanleserder KV durchaus zu, wie aus dem, der ersten Auflage (1904) des Romansvorausgesandten Abdruck dieser ganzen Erörterung unter dem TitelDie Behandlung tiefer Konflikte im Roman hervorging.

Eine weitere starke Talentprobe gab Marie Luise von Hutten-Stolzenberg1912 in ihrem RomanDie Stärker e, in der sie eine hervorragendeCharakterisierungskunst offenbart. Sie hinterließ ihn unfertig; vollendethat ihn auf Grund der nachgelassenen Aufzeichnungen Franziska Bram.

Auffallenderweise hatte sie erst in den letzten 8 bis 10 Jahrenihres Lebens die Schriftstellerei begonnen. Am 19. September 1858zu Bayreuth geboren, erhielt sie ihre Erziehung im Salesianerinnen-kloster Zangberg; nach ihren Büchern könnte man auf reicheäußere Erlebnisse schließen, die sie aber nicht hatte. Um somehr ist ihre Phantasie und der Reichtum inneren Lebens zubewundern. Am 11. November 1907 starb sie unvermählt aufSchloß Steinbach bei Lohr a. Main.

Dort wohnte auch ihre Base, die Baronin Marie von Hutten,die als Stiftsdame den Frauentitel führt und sich durch denRomanRufende Weite einen Namen von gutem Klanggeschaffen hat. Er ist auch kein Erstlingswerk, denn sie schriebseit Ende der 1890er Jahre in der KV bis zum Tode ihrerBase, um Verwechslungen zu vermeiden, unter dem PseudonymMarie Scotta Novelletten und Märchen. Den Lesern derZeitung ist sie 1916 auch durch den RomanDes Weges Endenoch näher bekannt geworden. Am 24. Jan. 1867 zuWürzburg geboren,besuchte sie in Dietramszell bei München ein Salesianerinnen-kloster, lernte aber dann auf vielen Reisen die Welt kennen,bevor sie sich auf Steinbach zurückzog. Bücher waren ihr stetsgute Freunde, und so gewann sie eine reiche Bildung.

Im Jahre 1906 trat die schweizerische Dichterin IsabelleKaiser in die Reihe der Bachemschen Schriftstellerinnen.ZweiOrte, sagt sie in einer Skizze über ihr Leben,werden demMenschen zur Heimat auf Erden: die Stätte, wo er das Licht