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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
119
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Schneiders Höllriegl aus der Hafengasse, spricht das Urwienertumder Verfasserin fesselnd und lockend den Leser an. In derKaiserstadt ist sie als Tochter eines höheren Eisenbahnbeamtengeboren und hat eine Zeitlang als Lehrerin gewirkt, bis sie demDr. Gustav Köck die Hand zum Leben reichte. In Spital amSemmering, wo sie den Sommer in einer Alpenvilla zu verbringenpflegt, machte sie die Studien zu ihrem RomanWunder derHeimat, der die Wirkung des Weltkrieges auf eine kleineGemeinde der Nordsteiermark schildert. Als erstes Werk warihm 1913 die Geschichte eines StiefkindesLiese voraufge-gangen und aus demselben Jahre stammt Das Vorstadthaus. Mitden köstlichen Wiener ErzählungenWiener Gemüat und demhumorvollen LandsturmmannStützerl erwarb sich die Ver-fasserin neue Anerkennung, und eineGeschichte aus dem drittenKriegsjahr: Wiener Frauen ist das neueste Werk ihrer schätz-baren fleißigen Feder, von der wir noch manches Wertvolleerwarten dürfen.

Als bedeutsame und fleißige Erzählerin erwies sich für dieKV und den Verlag Franziska Bram, deren Vorzüge einerplastischen Darstellung, eines guten Stils und eines gelegentlichfeinen Humors noch nicht nach Gebühr anerkannt worden sind.

Sie ist ein Eifeier Kind, stammt aus Hillesheim, wo der Vater Friedens-richter war, und verlebte hier ihre Kindheit und nach dem frühenTode der Mutter im großväterlichen Hause ihre erste Jugend.Diestärksten Eindrücke meines Lebens, sagt sie selbst,habe ich in denJahren in der Eifel gehabt, nicht nur von der eigenartigen Natur, sondernauch von den Menschen, von denen die Tante, die uns erzog, aus alterund neuer Zeit immer und immer wieder mit viel Phantasie und großerErzählungskunst zu berichten wußte. Schon damals war in mir derWunsch rege, einmal alles dies und noch viel mehr niederzuschreiben,eine Ahnung, die aber erst in viel späterer Reifezeit zur Erfüllung kam.Von 189299 war sie dann bei ihrer Schwester in Bingen, in den letztenzehn Jahren auch viel und lange in Berlin. Nachdem sie schon in Bingendie ersten Versuche in der Schriftstellerei gemacht hatte, kam der Wunschihrer Kinderzeit 1902 zuerst in einer kurzen Skizze erfolgreich zumDurchbruch.

Im Jahre 1903 schrieb sie für die KV eine kleine novellistischeArbeit:Tante Dorotheas Feierabend. Seitdem ist die hoch-begabte Schriftstellerin eine treue Mitarbeiterin geblieben. Aus