kraftvollen Bauern reden in einem natürlichen, derben und anschau-lichen Stil, dem die Untermischung mit Mundartwörtern zum Vor-teil gereicht; er ist ein echter Heimatkünstler, der mit Roseggerund Anzengruber verglichen wird und der immer wieder Stoffeaus seinem engeren Vaterlande aufzufinden versteht.
Aehnliche Wirkungen gehen von der Tiroler Erzählerin MarieFreiin von Buol aus (geh. in Innsbruck am 21. Aug. 1861), dieim Jahre 1899 mit einer Erzählung „Das Marterle“ im Verlagauftrat. Behandelt dieses Werk ein seelisches Problem, so istdie fünf Jahre später entstandene Erzählung „Die Kirch-fahrerin“ eine vorzügliche Volksgeschichte, die unverdorbeneTiroler Luft atmet. Die Verfasserin, die gut charakterisiert,durch treffliche Naturschilderung und leichten Humor erfreut,bekundete sich auch als lyrische Dichterin. Sie lebt seit 1869in Kaltem bei Bozen. Ihr einsames Landleben unterbrach siedurch öftere Reisen, die sie in das Rheinland und nach Belgien,nach Rom, Südfrankreich, Palästina und Aegypten führten. ZurSchriftstellerei, zu der sie eine treffliche Ausbildung, besondersin Musik und Sprachen befähigte, führte sie die Ermutigung durchEmilie Ringseis.
Als ein trefflicher Kenner und Schilderer seiner Heimat Tirolmachte im neuen Jahrhundert Hans Schrott-Fiechtl vonsich reden. Mit ihm kam ein origineller Kopf in den Verlag.
Wie er an’s Schreiben kam? Milchwirtschaftliche Schriften hatte erschon eine ganze Reihe herausgegeben, da las er einmal in der „Biblio-thek der Unterhaltung und des Wissens“ eine schlechte Bauerngeschichte,glaubte es bess er machen zu können und sandte eine solche nach Stuttgart,wo sie dankbar angenommen und gut honoriert wurde. Nach etwa einemDutzend Jahre faßte er zehn solcher Geschichten 1905 in einer Sammlung„Zwischen Joch und Ach’n“ zusammen, die in der Grazer Volksbüchereierschienen. Die gute Aufnahme, die das Bändchen bei der Kritik fand,war dem Verfasser umso überraschender, als er einen Roman von zwölfSchriftleitungen zurückerhalten hatte Erst als er ihn dann an dieKV sandte, erhielt er innerhalb dreier Wochen die Annahmeerklärung.Das war der Roman „Ich zwing’s!“, der dann als erster im Jahre 1907aus Bachems Verlag ausging und dessen Mittelpunkt die prächtige Schil-derung einer Wildhachverbauung in den Alpen bildet.
Der Verfasser hatte nun auch seine Besonderheit in derSehrilt-stellerwelt entdeckt: seine Unterhaltung sollte belehren, praktischeFragen erörtern, für den Kulturfortschritt begeistern, und zwargleicherweise dem Städter und dem Bauern Nutzen bringen. Und