jahrsstärke von 640 Seiten im Jahre 1886 auf 1150 Seiten gestiegen war,wurde der Postbezugspreis auf 7, später auf M. 7.50 erhöht. Die Papier-und Materialienteuerung während des Krieges machte am 1. Januar 1918eine fernere Erhöhung auf M. 8.25 nötig. In der Stadt Köln wurde derBezugspreis 1903 bei der dreimaligen täglichen Zustellung von M. 5.50auf M. 5.80, am 1. Januar 1907 auf M. 6.— und während des Kriegesauf M. 7.25 erhöht.
Bei dem bei jeder Zeitung vorhandenen Bestreben, möglichst dieletzten am Schluß des Blattes eintreffenden Nachrichten noch zu ver-wenden, spielt die Versendung stets eine wichtige Rolle. In den 1860erJahren war die Versendung bei den Kölnischen Blättern ein Teil der Auf-gabe des Buchbindermeisters Dick, dann nahm sie Peter Geisbüschin die Hand, der mehrere ältere Hilfsarbeiter dazu hatte. Die Zeitungenmußten, wenn sie aus der Maschine kamen, noch mit der Hand gefalztwerden, um dann verpackt zur Post in der Glockengasse oder nach demBahnhof gebracht zu werden. Später wurde die „Expedition“ in zweiAbteilungen gegliedert: die Zeiiungsverpackung, der Mathias No Iden,(eingetreten am 28. Februar 1859; gestorben 20. Juni 1914) Vorstand, unddie Versandabteilung, deren Vorsteher zuerst Heinr. Alleker war. DieArbeit wurde hier immer schwieriger, je mehr sich die Postverbindungenüber das Reich ausbreiteten. Am 1. September 1899 trat an die Spitzeder Versandabteilung der aus der praktischen Postlaufbahn hervorge-gangene jetzige Prokurist Josef Schäfer, der seine Aufgabe mit zehnHilfskräften bewältigt.
Heute ist die Versendung ein verwickelter, ausgedehnter Betriebs-zweig geworden. In der Bandschreiberei werden die zur post-mäßigen Versendung der KV und ihrer Nebenausgaben nötigen Streif-bänder bearbeitet. Besondere Druckmaschinen drucken mittels vorhergestanzter Blechschablonen die Postorte oder Adressen auf die Bänder,auf die mit großen blauen Ziffern die Zahl der Bezieher geschriebenwird. Es gehören eingehende posttechnische Kenntnisse und ein sorg-fältiges Studium der Eisenbahn- und Postkursbücher dazu, für jedenPostort in Deutschland und im Auslande den schnellsten Versendungsweg— der nicht immer der kürzeste ist — ausfindig zu machen und in dasverwickelte System der Versendungsliste einzufügen.
Die letzte Hand an die Zeitungen wird in dem neben dem Rotations-maschinensaal gelegenen „Versendungssaal“ gelegt, wo an langen Tischendie „Expedienten“ mit erstaunlicher Raschheit die aufgeschriebene Zahlin die Streifbänder einfalten und verkleben. Sache des Vorstehersdieser Verpackungsabteilung ist es, die fertigen Streifbänder nach denPostkursen zu ordnen. In große Säcke verpackt, bringen Dreiräder dieLasten zur nahen Hauptpost oder zum ebenso nahen Hauptbahnhof*