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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
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beruhend, allen Staatsbürgern gleiche bürgerliche und politischeBerechtigung sichert, die freie und selbständige Entwicklung desIndividuums am wenigsten beschränkt und gegen jede ungehörigeBevormundung durch die Staatsgewalt die meiste Garantie bietet.Auch dem religiösen Elemente sollte sie ihre Aufmerksamkeitzuwenden, die kirchliche Freiheit und die Unabhängigkeit derKirche vom Staat fordern.

Ueber diese Bestrebungen berichtete Lambert Bachem seinemSohne Josef, der sich damals in Paris aufhielt. Dort hatte ihmdie Empfehlung von Prof. DieringerinBonn das Haus des GrafenMontalembert erschlossen, des Präsidenten desComite pourla defense de la liberte religieuse, wo er mit manchen anderenHerren der katholischen Bewegung bekannt wurde. Durch LouisVeuillot erhielt er einen Einblick in die Schriftleitung desUnivers, wo er eine Zeitlang bei der Bearbeitung deutscherNachrichten behilflich war. Auch als Berichterstatter versuchtesich Josef Bachem; außer dem im Verlag seines Vaters er-scheinendenOrgan für Handel und Gewerbe gewann ernoch dieSaar- und Moselzeitung in Trier und dieWies-badener Zeitung für den Abdruck seiner Beiträge, die mit je15 Franken bezahlt wurden. An'Stoff fehlte es in jener bewegtenZeit keineswegs, und er hätte wohl seine Tätigkeit, die ihm liebzu werden anfing, noch längere Zeit beibehalten, wenn nicht dieNachricht von der beabsichtigten Gründung derRheinischenVolkshalle zu ihm gedrungen wäre. In der Hoffnung, an diesemBlatte eine Stellung zu finden und damit seine lang gehegtenWünsche in Erfüllung gehen zu sehen, eilte er nach halbjährigemAufenthalt in Paris am 2. August 1848 in die Heimatstadt zurück.

In der Tat wurde er hier bei der Gründung der RheinischenVolkshalle zum zweiten Geranten [Geschäftsführer] gewählt. Zuihrem Herausgeber hatte sich im September 1848 eine Aktien-Kommanditgesellschaft 32 gebildet unter der FirmaH. Stienen & Co.,deren Kapital im Betrag von 30000 Taler in Aktien zu 5 Taler und1200 Losen zu 25 Taler eingeteilt war. Heinrich Stienen war ersterGerant, obwohl er von der Tagesschriftstellerei gar nichts ver-stand. Als Schriftleiter an dem neuen Blatt, dessen erste Nummeram 1. Oktober 1848 erschien 53 , war Wilhelm v. Chezy gewonnenworden, der Sohn eines Orientalisten und der Dichterin Helminev. Chezy, einer Enkelin der Volksdichterin Anna Luise Karsch(derKarschin). Den Druck der Zeitung erhielt die Firma