XIV
wirksames Gegengewicht zu geben, das über das bloß Stoffliche undEinträgliche hinausweist auf das, was ein bleibendes und dauerndwertvolles Vermächtnis für die kommenden Geschlechter sein soll.
Ein Vorbild in dieser Hinsicht waren schon die ersten Begründerder Firma, und eine Verkörperung idealer Lebens- und Geschäfts-auffassung war Lambert Bachem, als er im kritischsten Augen-blick seiner Tage und seines redlichen Schaffens an einenDirektor im preußischen Kultusministerium, einen ehemaligenMitarbeiter in seinem Verlage, schrieb: „Ich habe doch auchdas Glück gehabt, mich überzeugen zu dürfen, daß Rechtlichkeitund Ehre, wofür ich gelebt und gewirkt habe, doch noch nichtganz zu inhaltlosen Worten herabgesunken sind und daß auchder moralischen Kraft im Kampfe mit der Geldsucht und demGeldstolze noch einige Wirksamkeit geblieben ist.“
Wenn wir heute auf das erste Jahrhundert des Bestehensdes Bachemschen Verlags zurückblicken, seine Ausdehnung undseine Erfolge anerkennend, so wird uns klar, daß das Empor-kommen und die Blüte dieses Geschäftshauses in allerersterLinie auf der charaktervollen Tüchtigkeit seiner Inhaber undder Festigkeit ihrer Grundsätze beruht. Dadurch, daß es seineneigenen Organismus durch vier Generationen gesund und frischerhielt, wurde es auch fähig, über Kölns geistiges Weichbild undüber die rheinische Heimat hinaus dem ganzenVaterlande zu dienen.
Diese Grundsätze sind in erhöhtem Grade während des Welt-krieges in die Erscheinung getreten und haben in der KölnischenVolkszeitung und den übrigen vom Verlag herausgegebenenBlättern und Schriften eine folgerechte und unerschrockeneAusprägung gefunden. Richtunggebend waren auch hier imDenken, Wollen und Streben der Firma J. P. Bachem die beidenPole, die von den Erdentagen des ersten Gründers aus dem Zeitalterder Befreiungskriege in diese schwere Zeit des Daseinskampfesdes Deutschen Reiches und Volkes hell zu uns herüberleuchten:
Für Gott und Vaterland!