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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
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Blutes, neues Leben zeugend, ein; hier reichten sich als an einemSchnittpunkt des Weltverkehrs deutsche, holländische, belgischeund französische Bildung die Hand; hier schufen der emporblühendeHandel und einträgliche Gewerbe einen sicheren Besitz und fröh-liche Wohlhabenheit ohne Ueberfluß als Vorbedingungen bürger-licher Geisteskultur, vielseitiger Anregungen und tatkräftigen,weitblickenden Strebens. Köln erhielt als alte Hochburg kirchlicherGesinnung und religiösen Lebens nun auch durch die politische Reg-samkeit seiner Bürger, durch seinen wirtschaftlichen Aufschwung,seinen lebhaften Kunsthandel und sein mannigfaltiges vorbildlichesSchul- und Bildungswesen eine weittragende geistige Mission.

Sprachrohre und Spiegelbilder dieser Mission wurden dieKölner Tageszeitungen. Es zeugt von dem klaren Einblick,den, außer den Begründern des Hauses, der zielbewußte und mitstarkem Wirklichkeitssinn begabte Mehrer und Erweiterer derUnternehmungen der Firma, der Verleger Josef Bachem, in dieseVerhältnisse besaß, daß er, keiner Schwierigkeit nachgebendund von keinem Rückschlag niedergebeugt, nach einigen tasten-den Versuchen im Jahre 1860 den kühnen Wurf wagte und nachhartem, opferreichem Ringen die Kölnische Volkszeitung als poli-tische Tageszeitung ins Leben rief. Sie wurde bald ein führen-des Organ der Katholiken in Groß-Deutschland und verschaffte,alle technischen Fortschritte der Neuzeit sich zu nutze machend,der katholischen Presse in Deutschland überhaupt eine steigendeBedeutung. Nach der Gründung der politischen Partei des Zen-trums vertrat sie selbständig und unabhängig deren Programmund Ziele. Und als nach einem Jahrzehnt ihres Bestehens derKulturkampf losbrach, trug die Kölnische Volkszeitung derPartei die Sturmfahne voran in der Verteidigung der Rechte undFreiheiten der katholischen Kirche und in der Zurückweisungder Ausnahmemaßregeln, welche die Gleichheit aller Staats-bürger vor dem Gesetz beeinträchtigten.

Schon dem Gründer der Kölnischen Volkszeitung schwebteein Organ vor, das auch im Ausland als Sprachrohr und alsgeistiges Bindemittel der Katholiken, vor allem der deutschen,