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1 (1861) Reisebilder : Th. 1
Entstehung
Seite
211
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zu dürfen — Gottlob! ich lebe! In meinenAdern kocht das rothe Leben, unter meinen Füßenzuckt die Erde, in Liebcsgluth umschlinge ichBäume und Marmorbilder, und sie werden leben-dig in meiner Umarmung. Jedes Weib ist mireine geschenkte Welt, ich schwelge in den Melo-dien ihres Antlitzes, und mit einem einzigen Blickmeines Auges kann ich mehr genießen als Andremit ihren sämmtlichcn Gliedmaßen Zeit ihres Le-bens. Zeder Augenblick ist mir ja eine Unend-lichkeit; ich messe nicht die Zeit mit der Braban-ter oder mit der kleinen Hamburger Elle, und ichbrauche mir von keinem Priester ein zweites Lebenversprechen zu lassen, da ich schon in diesem Lebengenug erleben kann, wenn ich rückwärts lebe imLeben der Vorfahren, und mir die Ewigkeit erobereim Reiche der Vergangenheit.

Und ich lebe! Der große Pulsschlag der Na-tur bebt auch in meiner Brust, und wenn ichjauchze, antwortet mir ein tausendfältiges Echo.Ich höre tausend Nachtigallen. Der Frühling hatsie gesendet, die Erde aus ihrem Morgcnschlum-mer zu wecken, und die Erde schauert vor Ent-zücken, ihre Blumen sind die Hymncg, die sie inBegeisterung der Sonne cntgegensingt — die Sonne

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