zu Auf. des sechzehnten Jahrh. 55
denen einige monarchisch, andere republikanisch waren,zertheilte, innerlich durch die Eifersucht und den Haßdieser kleinen Staaten gegen einander, so wie durchden Emporungssinn der .nach Unabhängigkeit hinstre-bcnden Baronen und einzelnen Herren, zerrissene Ita-lien war noch immer die unglückliche Schaubühneder Einbrüche seiner machtigen Nachbaren, der Fran-zosen, der Deutschen, der Spanier; welche sammt-lich festen Fuß darin zu fassen trachteten; die einenin Neapel, die andern in Mailand, in Mantua,u.s.w. Dieses schone Land ward durch immer auf ein-ander folgende Verheerungen heimgesucht. Seineschwachen Oberherrn, schlugen sich bald zur Partheieines machtigen Eroberers, bald waren sie auf dieFortschritte desselben eifersüchtig, und verschworen sichuntereinander, ihn wieder auszutreiben; gcwöhnlichcr-weise wußten sie sich nicht anders als durch Treulo-sigkeit, Trug, und eine schlaue Politik zu retten, diedazumal schon einen der herrschenden Züge des italie-nischen Charakters ausmachte. Dies Reich, langeZeit hindurch das reichste Europa's und der Mittel-punkt alles Handels, stand im Begriff, die Quelle desWohlstandes durch die neuen Wege für sich versiegen