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Gottfried von Raesfeld : sein Geschlecht, sein Leben und sein Testament ; ein Beitrag zur Geschichte des westfälischen Adels
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II. Degering.

Bruder, der Domherr gewesen sein muß, fülirt uns der Anfangeines anderen Epigramms auf den Bischof Bernhard in der Corfey-schen Chronik, 1 welches von vier Gebrüdern Raesfeld von Hamernals Mitgliedern des Domkapitels spricht. Der vierte neben Bern-hard, Gottfried und Bitter würde dann nach Fahne’s Stamm-tafel Arndt gewesen sein, der dann also früh, d. h. vor Abfassungdes Testaments und des von Röchell überlieferten Epigramms ge-storben seien müfste. Die Entstehung des letzteren fällt in dieJahre 1569 (Gottfried Dechant) Dis 1574 (Heinrich gestorben).Yon seinen Schwestern nennt uns das Testament Berta, dieWitwe Heinrichs von Schenking, wiederverheiratet an Wilhelm vonBüren, und Anna, welche Nonne zu Coesfeld im grossen Schwestern-hause war. Auch der Schwester Bertas Kindern scheint Gottfriedbesonders zugetan gewesen zu sein, und von diesen scheint ihmhauptsächlich der Domherr Arndt von Büren, der ihm im Amtedes Dechanten folgte, nahe gestanden zu haben. Die übrigensind: Melchior, Elisabeth, verheirate Mulstorff, Nelle, verheiratetmi t Gerd von Welfeld, und Caspara, verheiratet mit Heinrich Le-debuer zur Bruchmühlen, dessen Sohne Heinrich Gottfried einePfründe verschafft.

Der Domkustos Bitter, welcher, wie gesagt, kurz vor Gott-fried verstarb und neben dessen Grabstätte Gottfried die seinigetestamentarisch bestimmte, lebte im Konkubinat, da das Testamentzwei Kinder von ihm, Bitter, den Vikar St. Petri im Dom, undeine Tochter Katharina erwähnt.

Ludger von Raesfeld zu Hamern, Droste von Wolbeck undSassenberg, hatte vier Söhne. Der älteste, Arndt, erbte Hamern,Bitter, der zweite Sohn, war Kanonikus am St. Mauritzstifte undstarb als solcher 1591; um sein Erbe erhob sich ein Streit zwi-schen dem Stiftskapitel und dem jüngsten Bruder Bitters, Goddertzu Lette und Horstmar, der dem Domkapitel nach Ausweis derProtokolle viele Schwierigkeiten bereitete.

') Münster. Geschiehtsquellen 3 (1856), S. 330:

'Nobile vicenis Hamerannm prolibus extatNobile Rasfeldis ernicat inde deeus.Quatuor egeriiDt summo sub tegmino PauliUnus et antiqua gessit in aede vieem.’