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Gottfried von Raesfeld : sein Geschlecht, sein Leben und sein Testament ; ein Beitrag zur Geschichte des westfälischen Adels
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Gottfried von Raesfeld.

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den. Die erste derselben vom .Jahre 1385 1 * lautend: 'Ic, Johanvan Kasvelde, betiige openbare, dat de ebdisse van Cosvelde vndedat convent er gud ton Dincbenken in den kerspe to wulfem unsenluden hebbet gedan to twintich iaren nast comenden umine dremolt rocgen bi Haltere mate to rechter pacht em to sunte Mar-tines daghe an der wintertit te Cosvelde to brengene alle iare . .Vortmer na twintich iaren ne hebbet unse lüde nin recht an dengude unde sölen dat riinren unvortrecket . . Gegeven na unserheren godes gebord drüttenhundert iar an den vifandertigsten iare,in sunte Thomases daghe, des hilligen apostels 5 , scheint zu bestä-tigen, daß Johann damals bereits hoch- bei Jahren war und dieVerwaltung seiner Güter den Leuten seiner Familie (unsen Imden)übertragen hatte. 1336 a beruft ihn der Bischof Ludwig von Mün-ster als ersten (ältesten?) unter seinen Dienstmannen (famuli) inden von ihm neu eingerichteten Landesrat. 1352 3 * verbürgt sichJohann mit anderen für eine von Arnold von Koddenberg anJohann von Gemen zu leistenden Zahlung. Zwischen 1352 und1358 muß dann Johann von Raesfeld gestorben sein, denn in diesemJahre übernimmt Bitter von Raesfeld 1 mit seiner Frau I^atharinavon Gemen das Haus Ostendorf. Johann hat das Erbgut seiner Frauaugenscheinlich selbst nicht im Besitze gehabt, da die Lehnsurkundeden Großvater Bitters v. Raesfeld als den Vorbesitzer desselben nennt.Audi die eigentümliche Einreihung dieses Bernhard Bitter vonSteynhues und seiner Frau in das Raesfeldsche Geschlechtsregisternicht vor dem Schwiegersöhne, sondern vor dem Enkel läßt daraufschließen, daß dieser Erbübergang durch einen besonderen Familien-vertrag rechtlich begründet war, wenn wir auch den direkten ur-kundlichen Beweis dafür nicht mehr haben.

Bitters Geburtsjahr ist nicht bekannt. Da aber seine Mutter,wie wir vorhin gesehen haben, 1316 r ’ noch unverheiratet war, da

0 Darpe: Coesfelder Urkundenbuck. I. (1897) S. 114, No. 159.

*) Niesert: Münster. Urkundensamml. 5 (1834) S. 158 f. No. 49.

3 ) Tnventare I 2 . Gemen Schloß. Archiv Gemen. No. 22.

■*) Copie der Urkunde im Münstersehen Staatsarchive Msc. II, 19.pag. 209 f. Die Urkunde entspricht, abgesehen davon, daß hier der Bischof,dort Bernhard Bitter der Aussteller ist, im Wortlaute genau der oben er-wähnten Urkunde von 1316.

■ r ') S. o. S. 8, Amu. 1.