Druckschrift 
1 (1905) Abschnitt 1 - 3
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
 

zs. Diener der Fürsten und des Staates.

Bei der allgemeinen Besprechung der historisch-politischen EntWicke-lung Frankens und des Adels und der damit verbundenen Anteilnahmeseitens Mitgliedern des Frhrl. von Crailsheimschen Geschlechtes konntenwir fast nur Vertreter der Familie aufführen, welche an den verschiedenenkriegerischen Verwickelungen teilnahmen, da diese eben im Mittelalter diepolitischen Verhältnisse vollständig beherrschten. Wir haben hiebet einegroße Anzahl von Familienmitgliedern angeführt, welche sich in der Aus-übung des kriegerischen Handwerkes tüchtig und tapfer bewiesen und teilsin der Erfüllung ihrer Pflicht das Leben lassen mußten. Aber nicht nurim Waffenhandwerk zeichneten sich die Herren von Crailsheim aus,sondern auch in den Werken des Friedens zeigten sie seit früher Zeitgroßes Verständnis. Daß sie meist keine historische Rolle in der Welt-geschichte spielen konnten, hat seinen Grund darin, daß sie in kleinen undvon kleinen fürstlichen Gebieten umgebenen Gebietsteilen ihre Besitzungenhatten und in deren Nähe sich aufzuhalten gezwungen waren.

Der Devise der Herren von Crailsheim: „Luackors prinoipi,Huoä oportst, multi laboris est — Den Fürsten richtig zu beraten,ist eine schwierige Aufgabe" — blieben die Mitglieder des Frhrl. vonCrailsheimschen Geschlechtes aber immer eingedenk und suchten dieserAufgabe jederzeit gerecht zu werden.

Sehr viele Mitglieder der Familie von Crailsheim warenOberamtsmänner. Diese wurden früher ausschließlich dem Adel ent-nommen und ihre Ernennung war häufig nur eine Belohnung für ältereDienste bei Hof und im Kriege. Diese Stellungen wurden teilweise auchfast erblich. Von den Oberamtmännern erwartete man nichts als daß siepräsidierten und repräsentierten, mit dem anwesenden Fürsten jagten,