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6. Entstehung der turmerfähigen Ritterschaft und Anteil-nahme des Geschlechtes von Crailsheim daran.
Gerade in Franken waren die Verhältnisse zu einer immer größerenMachterlangung des Adels besonders günstig, indem die mächtigen Bischöfevon Würzburg und Bamberg auch immer aus dem Adelstande gewähltwerden mußten, damit nicht bei dem nötigen persönlichen Erscheinengelegentlich von Aufgeboten am königlichen Hofe wegen Mangels eineswaffenfähigen, edlen Bischofs Verlegenheiten entstünden. Es ist nun klar,daß die selbst aus Adelsgeschlechtern hervorgegangenen Bischöfe die immergrößere Machtentfaltung des Adels nicht zu unterdrücken suchten. Ebensoaber suchten die gegenüber den stets mehr aufstrebenden Fürsten immerohnmächtiger werdenden Kaiser die Macht der Ritterschaft zu erhöhen,um in ihr ein willfähriges Werkzeug in bedrängten Lagen zu haben.Auf diese Weise aber gewann die Ritterschaft immer mehr an Macht,sie baute sich feste Burgen, errichtete sich eigene Paniere und schrecktenicht mehr zurück, in Erkenntnis ihrer Macht mit den anderen Edlendes Landes und selbst mit den Herzögen sich zu befehden und das Landzu verwüsten. So spielte mancher Ritter auf seiner festen Burg einebedeutende Rolle, jagte den schwächeren Nachbarn Furcht und Schreckenein und zog die Aufmerksamkeit von ganz Franken auf sich. Fehlte esaber an Gelegenheit oder Lust zu Fehden, um sich Ehre und Ansehenzu verschaffen, so boten die Turniere ein anderes Feld dar, durch Waffen-übung, Tapferkeit und ritterliche Gewandtheit Ruhm einzuernten. Danun diese Spiele zu Pferd vorgenommen wurden, der Dienst zu Pferdaber schon einen größeren Reichtum voraussetzte, ließ man nun keineanderen Freien zum Turnier zu, als solche, welche vermögend genugwaren, zu Pferd zu dienen.