Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
256
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2äk Capitel 17.

Wer diß Wort fasset und glaubet, der ist wahrhaftig und recht-schassen heilig, wie folgt:

Auf daß auch sie geheiliget seyn in der Wahrheit.

Siehe, wie er so deutlich redet von der wahrhaftigen Hei-ligkeit, uns zu warnen, daß man sich vorsehe und der rechtenHeiligkeit nicht fehle, und zu wehren, daß man nichts anders pre-dige, denn von seiner Heiligung, noch etwas erdencke und an-greisse, darinnen man Heiligkeit suche. Denn er hat wohl gese-hen, wie schwer es eingehet und so viel Anfechtung hat, (so garhangets uns an, auch denen, die Christen sind, daß man etwasbey sich selbst suchet, das wir selbst thun und die Heiligkeit erlan-gen möchten. Da will niemand an, -daß er sich bloß ans Worthange, und in Christi Heiligkeit krige.) Darum hat er (sageich,) so fleißig das Wörtlein: in der Wahrheit, wiederholet, undgesetzt wider aller Welt und menschliche Heiligkeit. Meine Hei-ligkeit, spricht er, machet sie wahrhaftig heilig.

20. Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die,

so durch ihr Wort an mich glauben werden.

Diesen Text mögen wir mit eitel güldenen Buchstabenschreiben, als der sonderlich uns angehet. Denn was er zuvorgeredt hat, das möchte doch alles so lauten, als hatte er seineApostel allein gemeynet.

Wiewol ers dennoch hat zu erkennen gegeben, daß es weitergehen soll, als der gesagt hat, W. 18: Gleichwie du mich gesandthast, also sende ich sie in die Welt ?c. Doch, auf daß nicht einblöde Gewissen zweifeln möchte, und sagen.- Ja, er hat wol fürdie Apostel und Jüden (zu welchen sie gesandt waren) gebeten;wo bleibe aber ich?

Darum kommt er zuvor, nennet und fasset auch uns Hex-den, und schleußt die gantze Christenheit bis auf den JüngstenTag in das Gebet, daß es gehe durch die gantze Welt, wo derApostel Wort und Predigt hinkommt und durch den Glauben an-genommen wird, kein Ort noch Person ausgeschlossen. Das istunser Trotz und Trost, Schatz und Kleinod, daß freylich für unsHeyden kein tröstlicher Spruch in der Schrift stehet, denn dieser.

21. Daß sie alle eines seyn.

Diese Worte haben wir auch droben gehandelt und erklaret,was da Heisse, eines oder ein Ding seyn, und was es schaffe,nemlich, daß alle unser Schutz, Erlösung von Sünden, Tod, Weltund Teufels Gewalt in dem einigen Wort gefasset ist. Dennwer durch das Wort der Apostel glaubt, den soll von Christi we-