Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
165
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Capitel 14.

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ihn mit solchem Wolckenbruch, innwendig durch Angst und Furcht,auswendig durch allerley Gefahr und Unglück, daß er keinen Trostfühlet, und laßt sich ansehen und fühlen, als sey Gott droben imHimmel, nicht bey uns, und habe unser vergessen. Denn er ver-birget sich so gar, als sey es aus mit uns und wir keine Hülfemehr von ihm haben: daß, wo er sich nicht erzeigte, und liesseseine Liebe spüren, so würden wir versincken und verzweifeln.

Aber laßt euch das nickt das Hertz nehmen. Denn es istnicht also, wie ihr fühlet und euch düncket; denn ich habe nochandere und mehr Hülfe, die erste, andere und dritte dazu, undwill euch den Rücken halten, daß ihr in der Noth, darinnen ihrdencket, ihr habt mich verloren, nicht sollt versincken, sondern willsmachen, daß die Anfechtung, Schrecken und Noth dennoch euchin mir soll lassen bleiben und wiederum mich in euch, ob ihrswol nicht so eben fühlet zu der Stunde, wenn der Teufel wütet.Er soll euch aber doch nicht fressen, sondern soll nur eine Versu-chung fern, ob ihr recht glaubet und liebet. Ja, ich will kom-men, und mich so offenbaren, daß ihr in der Anfechtung spü-ret die hertzliche Liebe, so beyde, mein Vater und ich, zu euchhaben.

22. Spricht zu ihm Judas, nicht der Jscharioth: Herr, wasists denn, daß du uns willst dich offenbaren, und nichtder Welt?

Das ist fast die Frage, als sollte er sagen: Sollen dennwirs allein seyn, gelehrt, klug, heilig und selig? Was will dieWelt dazu sagen? Sotten denn so viel hochgelehrter, tresslicher,beiliger Leute, Priester, Pharisäer, und der beste Kern des gantzenVolcks, welches doch Gottes Volck beißt, und so viel trefflicherAnsehen haben, denn wir arme Bettler, allzumal nichts und ver-dammt seyn? Was sind wir gegen ibnen, denn als lauter nichts?Solltest du nicht den hohen Leuten dich offenbaren, bey denen dasRegiment, Gewalt, Ehre, und dazu grosse Heiligkeit und Gottes-dienst ist, und da es zu hoffen wäre, daß es von statten gehenwerde? Was sollten wir elenden Leute ausrichten? Wer willuns glauben oder zufallen? Wir werden der Sache viel zuschwach seyn.

Das ist eben die Frage, daran sich noch alle Welt stößt,Gelehrt, Ungelehrt, Heilige und Sünder. Was ist es denn(spricht die Welt) um diese neue Predigt? Ich sehe da nichtssonderliches; sinds doch eitel verachtete Leute, verlauffene Bubenund Bettelvolck, so an dieser Lehre hange». Wenn siehest du.