Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
26
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Vorrede über die Bücher Salomonis,

von guten Wercken, denn er darinnen lehret ein gut Leben sah,ren vor Gott und der Welt.

2. Und sonderlich nimmt er vor sich die liebe Jugend, undzeucht sie gantz vaterlich zu Gottes Geboten mit tröstlichen Ver-heißungen, wie wohl es dem Frommen gehen solle, und mitDräuen, wie die Bösen gestraft werden müssen. Denn die Ju-gend von ihr selber zu allem Bösen geneigt, dazu, als ein uner-fahren Volck, der Welt und des Teufels List und Bosheit nichtverstehet und den bösen Exempeln und Aergernissen zu widerstehenviel zu schwach ist, und sich selbst ja nicht vermag zu regieren,sondern, wo sie nicht gezogen wird, ehe sie sich umstehet, verderbetund verloren ist.

3. Darum darf sie wohl und muß haben Lehrer und Re-gierer, die sie vermahnen, warnen, strafen, züchtigen und immerzu Gottesfurcht und Gebot halten, dem Teufel der Welt undFleisch zu wehren, wie denn Salomo in diesem Buche mit allemFleiß und reichlich thut, und seine Lehre in Sprüche fasset, damitsie desto leichter gefasset und lieber behalten werden.- daß billig einjeglich Mensch, so fromm zu werden gedencket, solch Buch möchtefür ein taglich Handbuch oder Betbuch halten, und oft drinnenlesen und sein Leben drinnen ansehen.

4. Denn es muß doch der Wege einen gehen, entweder daßman sich lasse den Vater züchtigen, oder den Hencker strafen, wieman spricht.- Entlauffest du mir, du entlauffest dem Henker nicht.Und wäre gut, daß man der Jugend solches immer einbildete,daß sie ungezweifelt wissen müßte, daß sie entweder des VatersRuthe oder des Henckers Schwerdt müsse leiden, wie Salomo indiesem Buche immer mit dem Tode brauet den Ungehorsamen.Denn es wird doch nichts anders draus, Gott lässet nichts unge-straft. Wie man denn in der Erfahrung siehet, daß die ungehor-samen, bösen Buben so wunderlich untergehen und zuletzt dochdem Hencker in die Hände kommen, wenn sie sichs am wenigstenversehen, und am sichersten sind. Deß alles sind öffentliche Zeu-gen und Zeichen die Galgen, Rader und Rabensteine am Wegevor allen Städten, welche Gott dahin gesetzet hat durchs weltlicheRegiment, zum Schrecken aller, die sich nicht wollen lassen mitGottes Wort ziehen und den Eltern nicht gehorchen.

5. Darum nennet Salomo in diesem Buche Narren alledie, so Gottes Gebot verachten, und Weisen, die nach GottesGeboten sich halten, und trifft damit nicht allein die Jugend, dieer vornehmlich zu lehren vornimmt, sondern allerlei Stände vom