Predigt über Apostelgejch. 8, 1 — 9. 87
genommen haben. Und dennoch siehet man, was sie, zu erhal-ten ihre Abgötterey, sich unterstehen. Wenn wir nun auf baSHertz Pauii sehen, was ihn beweget, daß er den Christen so feindund aller Juden Hencker wider die Christen wird, so hat er weiteine bessere Ursache, denn die Papisten, die Gelds und Guts,ihres Standes und Würden halben, das Evangelium verfolgen.Der Meynung hat es mit Paulo keine; dem ist es allein darumzu thun, daß das Gesetz und der Gottesdienst im Tempel, wel-chen Gott selbst geordnet und geboten hatte, nicht in ein Abneh-men oder Geringerung käme. Derohalben meynet er nicht an-ders, denn er thue recht daran, daß er die Christen aufs höchsteverfolge. Dagegen das Gewissen unsere Papisten überzeuget, daßes nicht unrecht sey, das Sacrament unter beyderley Gestalt neh-men, ehelich werden, Speise und anders frey gebrauchen; dennsie können je weder Gottes Wort, noch die Einsetzung Christi,noch den Brauch der ersten Kirche leugnen. Derohalben ist St.Paulus ein heiliger Verfolger der Christen, gegen den Papisten,die den schwachen und kenntlichen Teufel sich führen und reitenlassen. Denn Paulus suchet nichts damit, denn daß er GottesDienst und Ehre vertheidige, und darüber wage und leide, waser wagen und leiden soll, wie er selbst saget, l. Timoth. 1, 13:Mir ist Barmhertzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissendgethan, im Unglauben. Solches kann kein Papist heutiges Tagesrühmen; denn Gottes Wort flösset sie vor die Augen und denKopf, daß sie müssen bekennen, es sey die Wahrheit; und dennochwollen sie es nicht dulden, noch leiden. Derohalben zu besorgen,wer die Christen also wissend verfolget, da werde solche Verfolgunganders gerathen, denn dem heiligen Paulo, der es gantz undgar unwissend that. Da nun Paulus ihm die Sache ließ soernst seyn, und ausser Jerusalem, an andern Oertern, der neuenSecte gedachte zu wehren, da hatte unser Herr Jesus auch seineGedancken und gedachte: Halt still, der wird recht gut werden;denn was er thut, das thut er doch mit Ernst. Denselben Ernst,den er jetzt hat in einer bösen Sache, will ich starcken mit mei-nem Geist und ihn zur guten Sache brauchen, und setzen widerdie Juden, daß er von mir unter den Heyden predigen, und dieJuden, wie sie verdienet, gar soll toll und thöricht machen, wieer selbst bisher gewest ist. Wie unser Herr Gott mich heutigesTages braucht wider den Pabst und seinen Anhang. Da ich michvor für den Pabst hatte drüber lassen zureissen, muß ich nun amheffrigsten wider den Pabst streiten; das möchte die Papisten toll