>52 Predigt am siebenzehnten Sonntage nach Trinitatis,
worden, die ihr in Christo alles habt, was ihr bedürft; solcheserinnert euch selbst, und bedencket, daß ihr beruffen seyd zu vieleinem andern und höhern, denn andere Menschen, und lebetauch also, daß man sehe, daß ihr nach einem grössern Guttrachtet, ja schon ein viel besseres erlanget habt, denn die Weltthut, und mit eurem Leben dem Herrn, der euch solchen Schatzgegeben, eine Ehre und Ruhm seyd, und niemand Ursach gebet,euren Schatz zu lästern und zu tadeln, oder sein Wort zu ver-achten, sondern mehr damit jedermann locket und reitzet, daß siedurch euren Wandel und gute Wercke beweget werden, Christozu glauben, und ihn zu preisen.
Denn ein Christ soll wissen, daß er nicht ihm selbst, nochum seinetwillen auf Erden lebet, sondern sein Leben und Wesenauf Erden ist seines Herrn Christi eigen; darum soll es auch zudesselben Ehre und Ruhm gerichtet seyn, und ihm dienen, also,daß er mit St. Paulo Gal. 2, 20, nicht allein von dem geistlichenLeben des Glaubens und der Gerechtigkeit der Gnaden, sondernauch nach den Früchten derselben in seinen; ausserlichen Wandel,könne sagen: Ich lebe nun nicht mehr, sondern Christus lebetin mir; also, daß es hcisse, in Christo gewandelt, (wie St. Pau-lus anderswo saget,) ja Christum selbst angezogen, Röm. 1Z, 14,als unser Kleid und Schmuck, daß er in uns leuchte und erkanntwerde.
Wo aber solches nicht geschieht, da wird dagegen die Sündeviel schwerer und arger. Denn in einer jeglichen Sünde, derer,so Christen oder Gottes Volck heissen, wird Gott nicht allein durchden Ungehorsam erzürnet; sondern es schlagt auch dazu die Ver-achtung des andern Gebots, welches die Sünde viel schwerermachet: nemlich, daß Gottes Name dadurch gelästert wird, undandere geärgert werden, wie St. Paulus Röm. Z, 24, auch sagt:Eurenthalben wird Gottes Name gelästert unter den Heyden.Darum soll billig ein Christ also leben, daß er doch Gottes undChristi Ehre schone, damit nicht sein Name geschändet werde,und die Schuld tragen müsse, deß, daß er Böses thut; wie dennder Teufel, samt der Welt, alles, was er kann, zu Unehre undLästerung Gottes treibet, damit er nur seinen bittern Haß widerChristum und sein Wort erzeige, und der Kirchen Schaden thuedurch Aergerniß, beyde, die Ungläubigen von dem Evangelio abzu-schrecken, und die Schwachen abfällig zu machen.
Dem zu wehren, sollen die Christen desto fleißiger sich hüten,daß sie mit ihrem Leben kein Aergerniß geben, und ihres Gottes
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