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9 (1828)
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50
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50 Predigt am sechzehnten Sonntage nach Trinitatis.

allein der Glaube; denn die Liebe gehört nicht hieher, sie hilftaber dazu, daß sich der Glaube daran beweise.

Aus diesen Worten haben uns die Lehrer das heilige Crcutzabgemahlet und gemessen, davon doch St. Paulus kein Wortredet, sondern will kürzlich so sagen.- Daß ihr begreifen mögetalle Dinge, wie lang, breit, weit, tief und hoch das Reich Christisey. Das geschieht denn, wenn das Hertz so stehet, daß mirsChristus nicht zu lang, breit oder weit machen kann, daß ichnicht hinnach fahre, und weder so tief noch so hoch fahren kann,daß ich mich von ihm oder von seinem Wort reisten lasse; daßich erkenne und gewiß bin, wo ich hinkomme, daß Christus dasey und regiere an allen Orten, so weit etwas lang, breit, tiefund hoch ist, es sey zeitlich oder ewig; wie breit und weit zumessen ist, so finde ich ihn überall, wie David sagt Ps. 139, 7,8- Wo soll ich hingehen vor deinem Geist, und wo soll ich hin-fliehcn vor deinem Angesicht? Fahre ich gen Himmel, so bist duda, bette ich mir in der Hölle, so bist du auch da ?c. Er regie-ret ewig, seine Lange, Breite, Tiefe und Höhe hat keine Maasse;wenn ich nun gleich hinunter in die Holle fahre, so spricht meinHertz und Glaube, Christus ist auch da.

Auch erkennen die Liebe Christi, die doch alle Erkennt-niß übertrifft, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerleyGottes Fülle.

Das ist wo ihr im Glauben stehet, und die vier Stücke be-greifet, wünsche ich euch auch, daß ihr erkennet die Liebe Christi,so wir haben sollen, nemlich, die er gegen uns, und wir gegenden Nächsten tragen, welche alle Erkenntniß, auch des Evangelii,übertrifft. Denn wisse, was du willt, so hilft das Erkenntnißdoch nichts, oder wenig, wo die Liebe nicht ist.

Also ist kurtz die Summa dieses Wunsches: Daß wir imGlauben zunehmen sollen, auf daß er starck und kraftig, die Liebehitzig und brünstig sey. Und wir alle so erfüllet werden mit aller-ley Gottes Fülle; das ist auf Ebraifche Weife so viel geredet, daßwir erfüllet werden auf alle Weise, damit er voll machet, undvoll Gottes werden, überschüttet mit aller Gnade und Gabenseines Geistes, der uns muthig mache, mit seinem Licht erleuchte,und sein Leben in uns lebe, seine Seligkeit uns selig mache, seineLiebe in uns die Liebe erwecke. Kurzum, daß alles, was er istund vermag, in uns völlig sey, und kraftig wircke, daß wir ganzvergottet werden, nicht ein Partecken, oder allein etliche StückeGottes haben, sondern alle Fülle.

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