Druckschrift 
Anregungen für philosophisch-wissenschaftliche Forschung und dichterische Begeisterung
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

10 --

hervorzurufen, etwa durch eine Definition, oder durcheine Beschreibung, oder durch eine Demonstration,Deduktion, u. s. w.; nein! Wer sehen will, wasich sehe, fühlen will, was ich fühle, wer die imErscheinungsganzen dem Beobachter dargebotenenHieroglyphen lesen und deuten will, wie ich sie leseund deute, wer in dieser Deutung die Wonne derHarmonie empfinden will, die ich empfinde, u. s.w.; der führe ein in sich zurückgezogenes, ein be-schauendes, kontemplatives, gegen Lob und Tadelvollkommen gleichgültiges Leben, wie ich; der per-zipire unbefangen, am Erscheinungsganzen in sichund außerhalb sich, wie ich, der abstrahire darauseben so unbefangen die Gesetze des Erscheinens, wieich; der erhebe sich, denkend, berechnend, dichtendund gefühlbewegt, betrachtend und begeistert, vomGesetze zu dessen Sinn lind Bedeutung, von derNaturgebehrde zu ihrem Ausdrucke, wie ich, u. s.w.; und ich verspreche es ihm, was nur geworden,das wird, unter den Modifikationen seiner Indivi-dualitat, auch ihm zu Theil werden.Höre Alles;Liebe Keines; Hasse Keines; Strebe blos nach derselbstproduzirten höchsten Harmonie, deren du fähigbist; begnüge dich aber mit der Wonne, die im Aktejenes Strebens liegt, und beunruhige dich nicht mitder Sucht, ein letztes Ziel zu erreichen. DasResultat meines Philosophirens kann in jedem Einzelnen nur selbstprodukciv entstehen, ist esoterischen