1."
Unterm weißen Baume sitzend,
Hörst dn fern die Winde schrillen,
Siehst, wie oben stumme WolkenSich in Nebeldecken hüllen;
Siehst, wie unten ausgestorbenWald und Flur, wie kahl geschoren; —Um dich Winter, in dir Winter,
Und dein Herz ist eingefroren.
Plötzlich fallen ans dich niederWeiße Flocken, und verdrossenMeinst dn schon, mit SchneegestöberHab' der Baum dich übergössen.
Doch es ist kein Schneegestöber,
Merkst es bald mit frcud'gem Schrecken;"Duft'gc Frühlingsblüthcn sind es,Die dich necken und bedecken.
Welch ein schancrsüßer Zauber!Winter wandelt sich in Maie,Schnee verwandelt sich in Blüthen,Und dein Herz, es liebt aufs Neue.
') Morgcnblatt, Nr. 49. vom 26. Fe-bruar 1831.