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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
Entstehung
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Am öden, kahlen Strande.

Vor mir woget die Wasscrwüste,

Hinter mir liegt nnr Kummer und Elend,

Und über mich hin ziehen die Wolken,

Die formlos grauen Töchter der Luft,

Die aus dem Meer, in Ncbcleimern,

Das Wasser schöpfen,

Und es mühsam schleppen und schleppen,

Und es wieder verschütten ins Meer,

Ein trübes, langwcil'ges Geschäft,

Und nutzlos, wie mein eignes Leben.

Die Wogen murmeln, die Möwen schrillen,Alte Erinnrnngcn wehen mich an,

Vergessene Träume, erloschene Bilder,

Qualvoll süße, tauchen hervor.

Es lebt ein Weib im Norden,

Ein schönes Weib, königlich schön.

Die schlanke CppresscngestaltUmschließt ein lüstern weißes Gewand;Die dunkle Lockenfülle,

Wie eine selige Nacht

Von dem flechtengckröntcn Haupt sich ergießend,'

Ringelt sich träumerisch süß

Um das süße, blasse Antlitz;

Und aus dem süßen, blassen Antlitz,

Groß und gewaltig, strahlt ein Auge,

Wie eine schwarze Sonne.

O, du schwarze Sonne, wie oft,

Entzückend oft, trank ich ans dir

Heine'S Werke. Bd. X V. M