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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
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Von der Sonne drobenReiß' ich das strahlend rothc Gold,

Und webe drans ein DiademFür dein geweihtes Haupt.

Bon der flatternd blanseidnen Himmelsdecke,Worin die Nachtdiamanten blitzen,

Schneid' ich ein kostbar Stück,

Und häng' es dir als KrönungsmantelUm deine königliche Schulter.

Ich gebe dir einen HofstaatVon steifgcputztcn Sonetten,

Stolzen Terzinen und höflichen Stanzen;Als Läufer diene dir mein Witz,

Als Hofnarr meine Phantasie,

Als Herold, die lachende Thräne im Wappen,Diene dir mein Humor.

Aber ich selber, Königin,

Ich knice vor dir nieder,

Und huld'gcnd, auf rothem Sammetkisscn,Überreiche ich dirDas bisschen Verstand,

Das mir aus Mitleid noch gelassen hatDeine Vorgängerin im Reich.