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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
Entstehung
Seite
140
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Komm her, komm her, mein Schlossdienstmann,Was hat dich bleich gemacht?

Fürchtst dn, der Franzmann kam' heran,Durchfröstclt dich die Nacht?

Glaubst dn, ich zittre für den Leib?

Sir Childe, bin nicht so bang!

Doch denkt er an sein fernes Weib,

Wird bleich des Treuen Wang'!

Am Seerand, wo dein Stammschloss ragt,Da wohnt mir Weib und Kind';

Wenn nun der Bub' nach Bater fragt,Was sagt sie ihm geschwind?"

Still, still, mein wackrer Schlossdienstmann,Man ehre deinen Schmerz;

Doch ich bin lcichtrcr Art, und kannEntflieh«, als sei's ein Scherz.

Ich traue Weibesscufzern nicht!Ein frischer BnhlertrossWird trocknen jenes Auge licht,Das jüngst noch überfloss.

Mich quälet kein' Erinnrnng süß,

Kein Sturm, der näher rollt;

Mich quält nur, dass ich Nichts verließ,Wcsshalb ich weinen sollt'.

Und nun schwimm' ich auf weitem Meer,Bin einsam in der Welt;

Sollt' ich um Andre weinen sehr,

Da mir kein Thränlcin fällt?

Mein Hund heult nur, bis neue Speis'Ein neuer Herr ihm reicht;

Kehr' ich zurück und nah' ihm leisZerfleischt er mich vielleicht.