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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
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Nun, mein Freund, so magst du lachenÜber des Phantasten Frage!

Wirst du auch zur Täuschung machen,Was ich fest im Busen trage?"

22.

Traum und Lebcnü

Es glühte der Tag, es glühte mein Herz,

Still trug ich mit mir herum den Schmerz.

Und als die Nacht kam, schlich ich fortZur blühenden Rose am stillen Ort.

Ich nahte mich leise und stumm wie das Grab,Nur Thräueu rollten die Wangen hinab;

Ich schaut' in den Kelch der Rose hinein,

Da glomm's hervor, wie ein glühender Schein.

Und freudig entschlief ich beim Rosenbaum;

Da trieb sein Spiel ein neckender Traum:

Ich sah ein rosiges Mädchenbitd,

Den Busen ein rosiges Mieder umhüllt.

Sie gab mir was Hübsches, recht goldig und weich:Ich trug's in ein goldenes Häuschen sogleich.Im Häuschen da geht es gar wunderlich bunt,Da dreht sich ein Bällchen in zierlicher Rund'.