Druckschrift 
15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

Blutqucll, rinn aus meinen Augen,Blutqucll, brich aus meinem Leib,Dass ich mit dem heißen BluteMeine Schmerzen nicdcrschreib'.

Ei, mein Lieb, warum just heuteSchauderst du, mein Blut zu sehn?Sahst mich bleich und herzeblutcndLange Jahre ' vor dir steh»!

Kennst du noch das alte LicdchenVon der Schlang' im Paradies,Die durch schlimme ApfelgabeUnfern Ahn ins Elend stieß?

Alles Unheil brachten Äpfel!Eva bracht' damit den Tod,

Eris brachte Troja's Flammen,Du brachtst Beides, Flamm' und Tod.

Berg' und Burgen schaun herunterIn den spicgelhellen Rhein,

Und mein Schiffchen segelt munter,Rings umglänzt von Sonnenschein.

Ruhig seh' ich zu dem SpieleGoldner Wellen, kraus bewegt;

Still erwachen die Gefühle,

Die ich tief im Busen hegt'.

i) Jahrelang ja I Rhein" zuerst abgedruckt in denGedich-

') Mit der Überschrift.Aus dem > tcn," 1822.