Die bleiche Blume schautWie eine kranke Braut.
Zu mir bleich Blümchen leise spricht:
„Lieb Brüderchen, pflücke mich!"
Zu Blümchen sprcch' ich: Das thu' ich nicht,Ich pflücke nimmermehr dich.
Ich such' mit Müh' und RothDie Blume Purpurroth.
Bleich Blümchen spricht: „Such hin, such herBis an deinen kühlen Tod,
Du suchst umsonst, sinkst nimmermehrDie Blume Purpurroth.
Mich aber pflücken thu,
Ich bin so krank wie du."
So lispelt bleich Blümchen und bittet sehr —Da zag' ich und pflück' ich es schnell.Und Plötzlich blutet mein Herze nicht mehr,Mein inneres Auge wird hell.
In meine wunde BrustKommt stille Engellust.
11."
Schöne Wiege meiner Leiden,
Schönes Grabmal meiner Ruh,
Schöne Stadt, wir müssen scheiden, —'Lebe wohl! ruf' ich dir zu.