— 124 —
Mundes, und mein Herz war berauscht. Er warmittlerer Gestalt, ein schöner Mann, edel geformtes,klares Gesicht, sehr hohe Stirnc, etwas Glatze,wohlwollend gewölbte Lippen, sauste, überzeugendeAugen, heftig genug in seinen Bewegungen, wenner zuweilen aus den blechernen Kasten schlug, dervor ihm auf dem Aktentischc lag, aber in der Lei-denschaft immer anstandvoll, würdig, Aentleman-liirs. Worin glich also seine äußere Erscheinungdem Casimir Pericr? Ich weiß nicht, aber es willmich bcdünken, als sei Dessen Kopfbildung, obgleichderber und größer, der Canning'schcn auffallend ähn-lich. Eine gewisse Krankhaftigkeit, Überreizung undAbspannung, die wir bei Canning sahen, ist auchbei Pericr auffallend, und mahnte eben an Jenen.Was Talent betrifft, so konnten sich wohl Beide dieWage halten. Nur dass Canning das Schwerstemit einer gewissen Leichtigkeit vollbrachte, gleich demOdysscus, der den gewaltigen Bogen so leicht spannte,als habe er die Saiten einer Leier aufgezogen; Pe-ricr hingegen zeigt bei der geringfügigsten Handlungeine gewisse Schwerfälligkeit, er entfaltet bei derunbedeutendsten Maßregel alle seine Kräfte, alleseine geistige und weltliche Kavallerie und Infante-rie, und wenn er die gelindesten Saiten aufziehenwill, gebärdet er sich dabei so anstrengungsvoll, als