ein Bürgerkönig zu bleiben. Eben weil er den ab-soluten Königen täglich ähnlicher wird, müssen wirihm grollen. Er ist gewiss als Mensch ganz ehren-fest, und ein achtungswcrthcr Familienvater, zärt-licher Gatte und guter Ökonom; aber es ist ver-drießlich, dass er alle Frcihcitsbäume abschlagen lässtund sie ihres hübschen Laubwerks entkleidet, umdaraus Stützbalken zu zimmern für das wackelndeHaus Orleans. Desshalb, nur dcsshalb zürnt ihmdie liberale Presse, und die Geister der Wahrheitverschmähen sogar die Lüge nicht, um ihn damitzu befehden. Es ist traurig, bejammernswerth, dassdurch dieseTaktik sogar die Familie des Königs leidenmuss, die eben so schuldlos wie liebenswürdig ist.Von dieser Seite wird die deutsche liberale Presse,minder geistreich, aber gemüthvoller als ihre fran-zösische ältere Schwester, sich keine Grausamkeitenzu Schulden kommen lassen. „Ihr solltet wenigstensmit dem Könige Mitleid haben!" rief jüngst dassanftlebcnde „Journal des Debats." „Mitleid mitLudwig Philipp!" entgegnete die „Tribüne," — „dieserMann verlangt fünfzehn Millionen und unser Mit-leid ! Hat er Mitleid gehabt mit Italien, mit Polenn. s. w.?"^) — Ich sah diese Tage die unmündige
*) Der letzte Satz fehlt in der neuesten französischenAusgabe. Der Heransgeber.