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7 (1861) Über Deutschland : Th. 3
Entstehung
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Es ist den Volkssagcn cigcnthümlich, dass ihrefurchtbarsten Katastrophen gewöhnlich bei Hochzeit-festen ausbrechen. Das plötzlich eintretende Schreck-nis kontrastiert dann desto grausig schroffer mit derheiteren Umgebung, mit der Vorbereitung zur Freude,mit der lustigen Musik. So lange der Rand desBechers noch nicht die Lippen berührt, kann derkostbare Trank noch immer verschüttet werden. Eindüsterer Hochzcitgast kann eintreten, den Niemandgebeten hat, und den doch Keiner den Mnth hatfortznwcisen. Er sagt der Braut ein Wort ins Ohr,und sie erbleicht. Er gicbt dem Bräutigam einenleisen Wink, und Dieser folgt ihm aus dem Saale,wandelt mit ihm weit hinaus in die wehende Nacht,und kehrt nimmermehr heim. Gewöhnlich ist es einfrüheres Licbcsvcrsprcchcn, wcsshalb plötzlich einekalte Geisterhand die Braut und den Bräutigamtrennt. Als Herr Peter von Staufenberg beimHochzeitmahlc saß, und zufällig aufwärts schaute,erblickte er einen kleinen weißen Fuß, der durch dieSaalcsdcckc hervortrat. Er erkannte den Fuß jenerNixe, womit er früher im zärtlichsten Liebcsbünd-nisse gestanden, und an diesem Wahrzeichen merkteer Wohl, dass er durch seine Treulosigkeit das Lebenverwirkt. Er schickt zum Beichtiger, lässt sich dasAbendmahl reichen und bereitet sich zum Tode.