leben in dem Gedächtnis des Volkes, in seinen Ge-bräuchen, in seiner Sprache fort. . . Auf jedes Brot,das der deutsche Bäcker backt, druckt er den altenDruidenfuß, und unser tägliches Brot trägt noch dasZeichen der germanischen Religion. Welch einenbedeutsamen Kontrast bildet dies wirkliche Brot zudem trockenen, saftlosen Schcinbrote, mit dem derspiritualistischc Kultus") uns abspeist!
Nein, die Erinnerungen an den altgcrmanischenGlauben sind noch nicht erloschen. Wie man be-hauptet, gicbt es greise Menschen in Westfalen,die noch immer wissen, wo die alten Götterbilderverborgen liegen; auf ihrem Sterbebette sagen siees dem jüngsten Enkel, und Der trägt dann dasthcure Geheimnis in dem verschwiegenen Sachsen-Herzen. In Westfalen, dem ehemaligen Sachsen,ist nicht Alles todt, was begraben ist. Wenn mandort durch die alten Eichenhaine wandelt, hört mannoch die Stimmen der Vorzeit, da hört man nochden Nachhall jener tiefsinnigen Zaubersprüche, worinmehr Lcbcnsfülle quillt, als in der ganzen Literaturder Mark Brandenburg. Eine geheimnisvolle Ehr-furcht durchscheuerte meine Seele, als ich einst, diese
ch „der christliche Kultus" steht in der ältesten franzö-sischen Ausgabe.
Der Herausgeber.