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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
Seite
407
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und die duftigen Sonnenstrahlen sich hastiger küss-tcn, und Bäume und Blumen schauerten vor eitlemEntzücken. Ich aber setzte mich auf eine alte mosigeSteinbank in der sogenannten Seufzcrallcc unferndes Wasserfalls, und ergötzte mein kleines Herz anden großen Abenteuern des kühnen Ritters. Inmeiner kindischen Ehrlichkeit nahm ich Alles fürbaren Ernst; so lächerlich auch dem armen Heldenvon dem Geschicke mitgespielt wurde, so meinte ichdoch, Das müsse so sein, Das gehöre nun malzum Heldenthum, das Ausgclachtwerden eben sogut wie die Wunden des Leibes, und jenes ver-dross mich eben so sehr, wie ich diese in meinerSeele mitfühlte. Ich war ein Kind nnd kanntenicht die Ironie, die Gott in die Welt hineingc-schaffcn, und die der große Dichter in seiner ge-druckten Klcinwelt nachgeahmt hatte — und ichkonnte die bittersten Thränen vergießen, wenn deredle Ritter für all seinen Edelmuth nur Undankund Prügel genoss; und da ich, noch ungeübt imLesen, jedes Wort laut aussprach, so konnten Vögelund Bäume, Bach und Blumen Alles mit anhören,und da solche unschuldige Naturwcsen eben so wiedie Kinder von der Wcltironie Nichts wissen, sohielten sie gleichfalls Alles für baren Ernst, undweinten mit mir über die Leiden des armen Rit-