— 2.14 —
so viel Furore habe machen können. Und nunerzählte sie ihr Debüt als Ariadne, worauf sie,wie ich später entdeckte, sehr oft zurückkam, beiwelcher Gelegenheit auch Signor Bartolo das Ge-dicht deklamieren musstc, das er ihr damals aufsTheater geworfen. Es war ein gutes Gedicht, vollrührender Trauer über Thescus' Treulosigkeit, vollblinder Begeisterung für Bacchus und blühenderVerherrlichung Ariadnc's. Bella cosa! rief Sig-nora Lätizia bei jeder Strophe, und auch ich lobtedie Bilder, den Versbau und die ganze Behandlungjener Mythe.
Ja, sie ist sehr schön, sagte der Professor, undes liegt ihr gewiss eine historische Wahrheit zumGrunde, wie denn auch einige Autoren uns aus-drücklich erzählen, dass Öneus, ein Priester desBacchus, sich mit der trauernden Ariadne vermählthabe, als er sie verlassen auf Naxos angetroffen;und, wie oft geschieht, ist in der Sage aus demPriester des Gottes der Gott selbst gemacht worden.
Ich konnte dieser Meinung nicht beistimmen,da ich mich in der Mythologie mehr zur histori-schen Ausdeutung hinneige, und ich entgegnete:In der ganzen Fabel, dass Ariadne, nachdem The-seus sie auf Naxos sitzen lassen, sich dem Bacchusin die Arme geworfen, sehe ich nichts Anderes als