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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
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Hitze etwas genieren. Aber ich bringe Ihnen einenicht minder köstliche Blnme, die hier selten ist —

Bei diesen Worten öffnete der Marchcse diesließpapicrue Tüte, die er mitgebracht, und mitlangsamer Sorgfalt zog er daraus hervor einewunderschöne Tulpe.

Kaum erblickte Mylady diese Blume, so schriesie aus vollem Halse: Morden! morden! wollenSie mich morden? Fort, fort mit dem schrecklichenAnblick! Dabei gebürdete sie sich, als wolle mansie umbringen, hielt sich die Hände vor die Augen,rannte unsinnig im Zimmer umher, verwünschteGumpelino's Nase und Tulpe, klingelte, stampfteden Boden, schlug den Hund mit der Reitgerte,dass er laut aufbellte, und als John hereintrat,rief sie, wie Kean als König Richard:

Ein Pferd! ein Pferd!

Ein Königthmn für ein Pferd!

und stürmte, wie ein Wirbelwind, von dannen.

Eine kuriose Frau! sprach Gumpelino, vorErstaunen bewegungslos und noch immer die Tulpein der Hand haltend, so dass er einem jener Gö-tzenbilder glich, die, mit Lotosblumen in den Hän-den, aus altindischcn Denkmälern zu schauen sind.