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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
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Schöne eben so wie das Hässlichc, spurlos vor-über, der Tod, der dürre Pedant, verschont dieRose eben so wenig wie die Distel, er vergisst auchnicht das einsame Hälmchcn in der fernsten Wild-nis, er zerstört gründlich und unaufhörlich, undüberall sehen wir, wie er Pflanzen und Thicre, dieMenschen und ihre Werke, zu Staub zerstampft,und selbst jene ägyptischen Pyramiden, die seinerZerstörungswuth zu trotzen scheinen, sie sind nurTrophäen seiner Macht, Denkmäler der Vergäng-lichkeit, uralte Königsgräber.

Aber noch schlimmer als dieses Gefühl einesewigen Sterbens, einer öden, gähnenden Vernich-tung, ergreift uns der Gedanke, dass wir nicht ein-mal als Originale dahinsterben, sondern als Ko-pien von lüngstverschollenen Menschen, die geistigund körperlich uns gleich waren, und dass nachuns wieder Menschen geboren werden, die wiederganz aussehen und fühlen und denken werden wiewir, und die der Tod ebenfalls wieder vernichtenwird — ein trostlos ewiges Wiederholungsspiel,wobei die zeugende Erde beständig hervorbringenund mehr hervorbringen muss, als der Tod zuzerstören vermag, so dass sie, in solcher Roth,mehr für die Erhaltung der Gattungen als fürdie Originalität der Individuen sorgen kann.