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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
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der Hausthüre, denn sonst würden sich die Gegcn-überwohnenden einander mit den Knicen berühren.

Von der Secscite, besonders gegen Abend,gewährt die Stadt einen bessern Anblick. Da liegt sieam Meere wie das gebleichte Skelett eines ausgewor-fenen Riescnthiers, dunkle Ameisen, die sich Genue-sen nennen, kriechen darin herum, die blauen Mec-reswcllcn bespülen es plätschernd wie ein Ammen-lied, der Mond, das blasse Auge der Nacht, schautmit Wehmuth darauf hinab.

Im Garten des Palazzo Doria steht der alteSecheld als Neptun in einem großen Wasserbas-sin. Aber die Statue ist verwittert und verstümmelt,das Wasser ausgetrocknet, und die Möwen nistenin den schwarzen Chprcssen. Wie ein Knabe, derimmer seine Komödien im Kopf hat, dachte ich beidem Namen Doria gleich an Friedrich Schiller,den edelsten, wenn auch nicht größten Dichter derDeutschen.

Obgleich meistens in Verfall, sind die Pallästeder ehemaligen Machthaber von Genua, der Nobili,dennoch sehr schön, und mit Pracht überladen. Siestehen meistens auf den zwei großen Straßen, ge-nannt Strada nuova und Balbi. Der PallastDurazzo ist der merkwürdigste. Hier sind gute Bil-der, und darunter Paul Veronese's Christus, dem