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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
Seite
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glauben, und rief mit mitleidigem Lächeln: Warumnicht gar! Er ließ sich nicht ausreden, dass derJmmermann ein Tyroler sei und den TyrolerKrieg mitgemacht habe, — „wie könnte er sonstAlles wissen?"

Seltsame Grille des Volkes! Es verlangtseine Geschichte aus der Hand des Dichters undnicht aus der Hand des Historikers. Es verlangtnicht den treuen Bericht nackter Thatsachen, son-dern jene Thatsachen wieder aufgelöst in die ur-sprüngliche Poesie, woraus sie hervorgegangen.Das wissen die Dichter, und nicht ohne geheimeSchadenlust modeln sie willkürlich die Völkererinne-rungen, vielleicht zur Verhöhnung stolztrockner Hi-storiographen und pergamentener Staatsarchivare.Nicht wenig ergötzte es mich, als ich in den Bu-den des letzten Jahrmarkts die Geschichte des Be-lisar's in grell kolorierten Bildern ausgehängt sah,und zwar nicht nach dem Prokop, sondern ganztreu nach Schenk's Tragödie. „So wird die Ge-schichte verfälscht" — rief der gelahrte Freund,der mich begleitete, — „sie weiß Nichts von jenerRache einer beleidigten Gattin, von jenem gefan-genen Sohn, von jener liebenden Tochter, unddergleichen modernen Herzensgebnrten!" Ist dennDies aber wirklich ein Fehler? soll man den