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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
Seite
30
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Da ich diese Frage ebenfalls verneinte und eineSchilderung dieser Stadt von ihm begehrte, lächelteer gar Pfiffig und wiegte das Köpfchen recht ver-gnügt hin und her, und versicherte mir auf Ehre,ich könnte mir keine Vorstellung davon machen,wenn ich nicht selbst dort gewesen sei. „Dieses,"erwiederte ich, „wird vor der Hand noch nichtstattfinden, ich will jetzt eine andere Reise antreten,die ich schon diesen Frühling projektiert, ich reisenämlich nach Italien."

Als der Mann dieses Wort hörte, sprang erplötzlich vom Stuhle auf, drehte sich dreimal aufeinem Fuße herum, und trillerte: Tirili! Tirili!Tirili!

Das gab mir den letzten Sporn. Morgenreise ich, beschloss ich aus der Stelle. Ich willnicht länger zögern, ich will so bald als möglichdas Land sehen, das den trockensten Philister sosehr in Extase bringen kann, dass er bei dessenErwähnung Plötzlich wie eine Wachtel schlägt.Während ich zu Hause meinen Koffer packte, klangmir der Ton jenes Tirili's noch immer in die Ohren,und mein Bruder, Maximilian Heine, der mich denandern Tag bis Tyrol begleitete, konnte nicht be-greifen, warum ich auf dem ganzen Weg kein ver-nünftiges Wort sprach und beständig tirilirte.