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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
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fürchtete. Manche werden diese Furcht lächerlichfinden, und auch ich lächelte darüber, als ich nüch-ternen Blicks den andern Morgen durch eben jeneStraße wanderte, und sich die Häuser wieder soprosaisch entgegen gähnten. Es sind wahrlich meh-rere Flaschen Poesie dazu nöthig, wenn man inBerlin etwas Anderes sehen will als todte Häuserund Berliner. Hier ist es schwer, Geister zu sehen.Die Stadt enthält so wenig Altcrthümlichkeit, undist so neu; und doch ist dieses Neue schon so alt,so welk und abgestorben. Denn sie ist größten-theils, wie gesagt, nicht aus der Gesinnung derMasse, sondern Einzelner entstanden. Der großeFritz ist wohl unter diesen Wenigen der Vorzüg-lichste; was er vorfand, war nur feste Unterlage,erst von ihm erhielt die Stadt ihren eigentlichenCharakter, und wäre seit seinem Tode Nichts mehrdaran gebaut worden, so bliebe sie ein historischesDenkmal von dem Geiste jenes prosaisch wunder-samen Helden, der die raffinierte Geschmacklosigkeitund blühende Verstandcsfreiheit, das Seichte unddas Tüchtige seiner Zeit, recht deutsch-tapfer in sichausgebildet hatte. Potsdam z. B. erscheint unsals ein solches Denkmal, durch seine öden Straßenwandern wir wie durch die hintcrlassenen Schrift-werke des Philosophen von Sanssouci, es gehört