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1 (1861) Reisebilder : Th. 1
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Vous ^Isnre?, Nnckarns?

O, ich kenne diese Thränen! Wozu soll dielängere Verstellung? Sie, Madame, sind ja selbstdie schöne Frau, die schon in Godesberg so lieblichgeweint hat, als ich das trübe Märchen meinesLebens erzählte Wie Perlen über Rosen, rolltendie schönen Thränen über die schönen Wangen derDachs schwieg, das Abcndgcläutc von Königswinterverhallte, der Rhein murmelte leiser, die Nachtbedeckte die Erde mit ihrem schwarzen Mantel, undich saß zu Ihren Füßen, Madame, und sah in dieHöhe in den gestirnten Himmel Im Anfanghielt ich Ihre Augen ebenfalls für zwei SterneAber wie kann man solche schöne Augen mit Ster-nen verwechseln? Diese kalten Lichter des Himmelskönnen nicht weinen über das Elend eines Men-schen, der so elend ist, dass er nicht mehr weinenkann.

Und ich hatte noch besondere Gründe, dieseAugen nicht zu verkennen ^ in diesen Augen wohntedie Seele der kleinen Veronika.

Ich habe nachgerechnet, Madame, Sie sindgeboren just an dem Tage, als die kleine Veronikastarb. Die Johanna in Andernach hatte mir vor-ausgesagt, dass ich in Godesberg die kleine Vero-nika wiederfinden würde und ich habe sie gleich