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1 (1861) Reisebilder : Th. 1
Entstehung
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Sie stand, gelehnt an die Statne des Lao-koon, neben dem rothen Nosenbanm am Ende derTerrasse, unfern von den Trauerweiden, die sichwehmüthig hcrabbengen über den vorbeiziehendenFluss. Da stand sie lächelnd, ein weiches Bild derLiebe, umduftct von Rosen. Er aber erwachte wieaus einem schwarzen Traume, und war plötzlichwie umgewandelt in Milde und Sehnsucht. „Sig-nora Laura!" — sprach er — „ich bin elend undbedrängt von Hass und Noth und Lüge" — unddann stockte er, und stammelte: — „aber ich liebeEuch" — und dann schoss eine freudige Thränein sein Auge, und mit feuchten Augen und flam-menden Lippen rief er: — „Sei mein, Mädchen,und liebe mich!"

Es liegt ein gcheimnisdunkler Schleier überdieser Stunde, kein Sterblicher weiß, was Sig-nora Laura geantwortet hat, und wenn man ihrenguten Engel im Himmel darob befragt, so verhüllter sich und seufzt und schweigt.

Einsam stand der Ritter noch lange bei derStatue des Laokoon, sein Antlitz war eben so ver-zerrt und weiß, bewusstlos entblätterte er alleRosen des Rosenbaums, er zerknickte sogar diejungen Knospen — der Baum hat nie wiederBlüthen getragen — in der Ferne klagte eine