— 275 —
dass es nicht gut kleide, lässt man es kurz abschneidenmitsammt den mittelalterlichen Ideen, die dazugehören. Ach! in Deutschland ist Das anders.Vielleicht eben weil das Mittelalter dort nicht, wiebei euch, gänzlich todt und verwest ist. Das deutscheMittelalter liegt nicht vermodert im Grabe, es wirdvielmehr manchmal von einem bösen Gespenste be-lebt, und tritt am hellen, lichten Tage in unsereMitte, und saugt uns das rothe Leben aus derBrust . . .
Ach! seht ihr nicht, wie Deutschland so traurigund bleich ist? zumal die deutsche Zugend, die nochunlängst so begeistert cmporjubeltc? Seht ihr nicht,wie blutig der Mund des bevollmächtigten Vam-pyrs, der zu Frankfurt residiert, und dort amHerzen des deutschen Volkes so schauerlich langsamund langweilig saugt?
Was ich in Betreff des Mittelalters im All-gemeinen angedeutet, findet auf die Religion des-selben eine ganz besondere Anwendung. Loyalitäterfordert, dass ich eine Partei, die man hier zuLand die katholische nennt, anss allerbestimmtcstcvon jenen dcplorablen Gesellen, die in Deutschlanddiesen Namen führen, unterscheide. Nur von Letz-teren habe ich in diesen Blättern gesprochen, undzwar mit Ausdrucken, die mir immer noch viel zu
18"