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Sonderbar schauerliche Neugier, die oft dieMenschen antreibt, in die Gräber der Vergangenheithinabzuschauen! Es geschieht Dieses zu außerordent-lichen Perioden, nach Abschluss einer Zeit, oderkurz vor einer Katastrophe. In unseren neuerenTagen haben wir eine ähnliche Erscheinung erlebt;es war ein großer Souverän, das französischeVolk, welcher Plötzlich die Lust empfand, das Grabder Vergangenheit zu öffnen und die längst ver-schütteten, verschollenen Zeiten bei Tageslicht zubetrachten. Es fehlte nicht an gelehrten Todten-gräbern, die mit Spaten und Brecheisen schnell beider Hand waren, um den alten Schutt aufzuwühlenund die Grüfte zu erbrechen. Ein starker Duft ließsich verspüren, der als gochisches Haut-gout die-jenigen Nasen, die für Rosenöl") blasiert sind, sehrangenehm kitzelte. Die französischen Schriftstellerknieten ehrerbietig nieder vor dem aufgedecktenMittelalter. Der Eine legte ihm ein neues Gewandan, der Andere schnitt ihm die Nägel, ein Drittersetzte ihm eine neue Nase an; zuletzt kamen gareinige Poeten, die dem Mittelalter die Zähne aus-rissen, Alles wie Kaiser Otto.
»für klassische ParfnmS" steht in den französischen
Ausgaben.
Der Herausgeber.
Heine's Werke, Bd, VI. 10