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6 (1861) Über Deutschland : T. 2
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Diese chinesische Prinzessin, die personificicrteKaprice, ist zugleich die Personificicrte Muse einesdeutschen Dichters, der in einer Geschichte der ro-mantischen Poesie nicht unerwähnt bleiben darf. Esist die Muse, die uns aus den Poesien des HerrnClemens Brentano so wahnsinnig cntgegenlacht. Dazerreißt sie die glattesten Atlasschlcppen und dieglänzendsten Goldtressen, und ihre zerstörungssüchtigeLiebenswürdigkeit, und ihre jauchzend blühende Toll-heit erfüllt unsere Seele mit unheimlichem Entzückenund lüsterner Angst. Seit fünfzehn Jahr' lebt aberHerr Brentano entfernt von der Welt, eingeschlossen,ja eingemauert in seinem Katholicismus. Es gabnichts Kostbares mehr zu zerreißen. Er hat, wieman sagt, die Herzen zerrissen, die ihn liebten, undJeder seiüer Freunde klagt über muthwillige Ver-letzung. Gegen sich selbst und sein poetisches Talenthat er am meisten seine Zcrstörungssucht geübt. Ichmache besonders aufmerksam auf ein Lustspiel diesesDichters, betitelt:Ponce de Leon." Es giebt nichtsZerrisseneres als dieses Stück, sowohl in Hinsichtder Gedanken als auch der Sprache. Aber allediese Fetzen leben und kreiseln in bunter Lust. Manglaubt einen Maskenball von Worten und Gedanken^)

von Worten nnd Wortspielen" steht in der ältestendeutschen Ausgabe. Der Heransgeber.