sie die Hauptperson. So ist es auch bei Homer,so bei Shakspeare. In den Werken aller großenDichter gibt es eigentlich gar keine Nebenpersonen,jede Figur ist Hauptperson an ihrer Stelle. SolcheDichter gleichen den absoluten Fürsten, die denMenschen keinen selbständigen Werth beimessen, son-dern ihnen selber nach eigenem Gutdünken ihrehöchste Geltung zuerkennen-). Als ein französischerGesandter einst gegen den Kaiser Paul von Russ-land erwähnte, dass ein wichtiger Mann seinesReiches sich für irgend eine Sache interessiere, dafiel ihm der Kaiser streng in die Rede, mit denmerkwürdigen Worten: „Es giebt in diesem Reichekeinen wichtigen Mann, außer Demjenigen, mit wel-chem Ich eben spreche, und nur so lange Ich mitihm spreche, ist er wichtig." Ein absoluter Dichter,der ebenfalls seine Macht von Gottes Gnade er-halten hat, betrachtet in gleicher Weise diejenigePerson seines Gcistcrreichs als die wichtigste, dieer eben sprechen lasst, die eben unter seine Federgerathen, und aus solchem Kunstdespotismus ent-steht jene wunderbare Vollendung der kleinsten Fi-guren in den Werken Homer's, Shakspcarc's undGoethe's.
5) Der Schluss des Absatzes fehlt in den französischenAusgaben. Der Herausgeber.