von uns cine Seele verlangen. Weit grauenhafter,entsetzlicher, unheimlicher ist es jedoch, wenn wircine Seele geschaffen und diese von uns ihren Leibverlangt und uns mit diesem Verlangen verfolgt.Der Gedanke, den wir gedacht, ist eine solche Seele,und er lässt uns keine Ruhe, bis wir ihm seinenLeib gegeben, bis wir ihn zur sinnlichen Erschei-nung gefördert. Der Gedanke will That, das Wortwill Fleisch werden. Und, wunderbar! der Mensch,wie der Gott der Bibel, braucht nur seinen Ge-danken auszusprechen, und eö gestaltet sich die Welt,es wird Licht oder es wird Finsternis, die Wassersondern sich von dem Festland, oder gar wilde Be-stien kommen zum Vorschein. Die Welt ist dieSignatur des Wortes.
Dieses merkt euch, ihr stolzen Männer derThat. Ihr seid Nichts als unbewusste Handlangerder Gedankenmänner, die oft in dcmüthigster Stilleeuch all euer Thun aufs bestimmteste vorgezeichncthaben. Maximilian Robespierre war Nichts alsdie Hand von Jean Jacques Rousseau, die blutigeHand, die aus dem Schöße der Zeit den Leib her-vorzog, dessen Seele Rousseau geschaffen. Die un-stäte Angst, die dem Jean Jacques das Leben ver-kümmerte, rührte sie vielleicht daher, dass er schonim Geiste ahnte, welch eines Geburtshelfers seine