der Geist heilig, indem er letzteren gleichsam alsden göttlichen Athcm betrachtet, den der Welt-schöpfcr dem menschlichen Leibe, dem aus Lehm ge-kneteten Werk seiner Hände eingeblascn hat. DieJuden achteten daher den Leib als etwas Geringes,als eine armselige Hülle des Nunch hakodasch, desheiligen Hauchs, des Geistes, und nur diesem wid-meten sie ihre Sorgfalt, ihre Ehrfurcht, ihrcu Kultus.Sie wurden daher ganz eigentlich das Volk desGeistes, keusch, genügsam, ernst, abstrakt, halsstarrig,geeignet zum Marthrthum, und ihre sublimste Blütheist Jesus Christus. Dieser ist im wahren Sinnedes Wortes der inkarnicrte Geist, und tiefsinnigbedeutungsvoll ist die schöne Legende, dass ihn eineleiblich unberührte, immakuliertc Zungfrau nur durchgeistige Empfängnis zur Welt gebracht habe.
Hatten aber die Juden den Leib nur mit Ge-ringschätzung betrachtet, so sind die Christen aufdieser Bahn noch weiter gegangen, und betrachtetenihn als etwas Verwerfliches, als etwas Schlechtes,als das Übel selbst. Da sehen wir nun einigeJahrhunderte nach Christi Geburt eine Religionemporsteigen, welche ewig die Menschheit in Erstau-nen setzen und den spätesten Geschlechtern die schauer-lichste Bewunderung abtrotzen wird. Ja, es ist einegroße, heilige, mit unendlicher Seligkeit erfüllte