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tert. Nach Cerinthus war der Erschaffer unsererWelt keineswegs der höchste Gott, sondern nur eineEmanation Desselben, Einer von den Äonen, dereigentliche Dcmiurgos, der allmählich ausgeartet ist,und jetzt als böses Princip dem aus dem höchstenGott unmittelbar entsprungenen Logos, dem gutenPrincip, feindlich gegenüber stehe. Diese MostischeWcltansicht ist urindisch, und sie führte mit sich dieLehre von der Inkarnation Gottes, von der Abtödtnngdes Fleisches, vom geistigen Jnsichsclbstvcrscnken, siegebar das ascetisch beschauliche Mönchslcbcn, wel-ches die reinste Blüthe der christlichen Idee. DieseIdee hat sich in der Dogmatil nur sehr verworrenund im Kultus nur sehr trübe aussprechen können.Doch sehen wir überall die Lehre von den beidenPrincipien hervortreten; dem guten Christus stehtder böse Satan entgegen; die Welt des Geisteswird durch Christus, die Welt der Materie durchSatan repräsentiert; Jenem gehört unsere Seele,Diesem unser Leib; und die ganze Erschcinungswclt,die Natur, ist demnach ursprünglich böse, und Sa-tan, der Fürst der Finsternis, will uns damit insVerderben locken, und es gilt allen sinnlichen Freu-den des Lebens zu entsagen, unfern Leib, daö LehnSatan's, zu peinigen, damit die Seele sich desto